Schwerhörigkeit bei Kindern

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Unter einer Hörstörung versteht man eine Funktionsstörung des Hörorgans, also des Mittel- und / oder Innenohrs. Eine so genannte Schalleitungsschwerhörigkeit ist eine Störung der Schallaufnahme und Schallweiterleitung im äußeren Ohr und im Mittelohr. Der Betroffene hört einfach leiser. Die häufigste Ursache hierfür ist eine akute oder chronische Mittelohrentzündung, die meist medikamentös oder mit chirurgischen Methoden, wie ein Paukenröhrchen, behandelt werden kann. Bei einer so genannten Schallempfindungsschwerhörigkeit ist die Störung im Innenohr zu lokalisieren. Das Kind nimmt Höreindrücke leiser, aber auch verzerrt und bruchstückhaft wahr, da verschiedene Frequenzen unterschiedlich stark betroffen sein können. Bleibt ein Neugeborenes zu lange unversorgt, wird der Erwerb der Sprache erschwert. So entstand früher der Begriff „Taubstumm“. Aber auch bei älteren Kindern gilt, je länger so eine Schwerhörigkeit besteht, desto schlechter ist die Umsetzungsfähigkeit vom Hören zum Sprachverstehen. Das gilt auch für Erwachsene, die mit einer Versorgung von Hörgeräten zu lange warten. Der Schwerhörige kann Sprache zwar laut hören, aber das Gehörte nicht mehr in Sprache umsetzen. Leider lässt sich dieses Versäumnis nur noch bei jüngeren Menschen zum Teil rückgängig machen. Außerdem gibt es kombinierte Schwerhörigkeiten als Mischform einer Schalleitungs- und Schallempfindungs-schwerhörigkeit.

Rund 80% bis 90% der dauerhaften Hörschäden bestehen schon bei der Geburt. Davon gilt rund die Hälfte als genetisch bedingt. In München und Umgebung wird einige Tage nach der Geburt in jeder Geburtsklinik ein Neugeborenen-Screening durchgeführt und angeborene Schwerhörigkeiten können bereits zu 99,8% sicher festgestellt werden. 2-4 Neugeborene von 1.000 Geburten werden durch das Screening als schwerhörig diagnostiziert. Obwohl die durch Krankheiten bedingten Ursachen einer Schwerhörigkeit heute durch bessere Medikamente geringer sind, nehmen die Hörstörungen bei Kindern statistisch zu. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Schwerhörigkeiten durch das Neugeborenen-Screening bereits kurz nach der Geburt erfasst werden und nicht mehr übersehen werden können.

 

Hörverluste die erst in der frühen Kindheit entstehen, sind heute seltener als vor 40-50 Jahren. Damals zogen viele Infektionskrankheiten wie Masern, Scharlach und Mumps Hörschäden nach sich. Durch Impfungen und Antibiotika ist dieses Risiko heute gering. Eine der Ursachen für einen Beginn von Schwerhörigkeit im Kindesalter sind heute chronische Mittelohrentzündungen oder Gehirnhaut-entzündungen (Meningitis).

 

Da erworbene Hörstörungen, die nicht seit der Geburt bestehen, zunächst nicht direkt sichtbar sind, können sie längere Zeit unerkannt bleiben, solange sich das Kind unauffällig verhält. Ein wichtiges Element der Überprüfung durch die Eltern, ist die Entwicklung der Sprache. Sollte ein Kind plötzlich aufhören zu sprechen, obwohl es vorher bereits Ansätze von Sprache gezeigt hat oder die Sprache verändern, indem es z.B. Dysalie (Lispeln) oder Probleme bei der Wortbildung entwickelt, könnte eine Verschlechterung der Hörfähigkeit, eine Ursache sein. Eine unversorgte Schwerhörigkeit, ob seit Geburt bestehend oder in der Kindheit erworben, hat immer eine Sprachentwicklungsverzögerung zur Folge. Weitere mögliche Indizien für eine Schwerhörigkeit, können auch Artikulationsstörungen und Schwierigkeiten in der Unterscheidung ähnlich klingender Laute sein und Veränderungen der Sprachmelodie und Sprachlautstärke.

 

Dank dem Neugeborenen-Screening gibt es heute kein „Taub-Stumm“ mehr. Heute wird darauf geachtet, dass sofort eine Frühforderung in Verbindung mit einer Hörgeräteversorgung eingeleitet wird, damit Sprache entstehen kann. Bis zum zweiten Lebensjahr ist die Reifung der Sprachbahnen im Gehirn abgeschlossen. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt keine akustischen Reizungen erfolgt sind, lernt das Kind nur noch schwer oder schlecht sprechen.

 

Bei einer beidseitige Resthörigkeit, wo trotz Hörgeräteversorgung keine ausreichende Sprachentwicklung gewährleistet ist, wie auch bei einer Gehörlosigkeit nach Meningitis oder einer progredienten (ständig verschlechternden) Hörstörung mit Verlust der erreichten Sprachentwicklung, empfiehlt sich die Versorgung mit einem Cochlear-Implantat (CI). Beim CI wird per Operation eine Elektrode in der Hörschnecke platziert, die mit einem Sprachprozessor außerhalb des Innenohres verbunden ist, der während der Rehabilitationswochen angepasst wird.

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