Schwindel durch das Innenohr: Ursachen und Symptome
Schwindel und Ohrprobleme: Wenn Hören und Gleichgewicht zusammenhängen
Schwindel kann viele verschiedene Ursachen haben. Manchmal steckt der Kreislauf dahinter, manchmal die Augen, verspannte Muskeln, bestimmte Medikamente oder auch eine neurologische Ursache. Ein Bereich wird dabei oft unterschätzt: das Innenohr.
Denn unser Innenohr ist nicht nur fürs Hören zuständig. Neben der Hörschnecke, die der Schallwahrnehmung dient, beinhaltet das Innenohr auch das Vestibularorgan, das für den Gleichgewichtssinn verantwortlich ist. Es hilft dem Körper dabei zu erkennen, wie wir uns bewegen, wie der Kopf steht und wo wir uns im Raum befinden. Wenn dieses feine System aus dem Gleichgewicht gerät, kann Schwindel entstehen. Manchmal kommen Unsicherheit beim Gehen, Übelkeit oder ein schwankendes Gefühl dazu.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Schwindel zusammen mit Ohrdruck, Ohrgeräuschen oder verändertem Hören auftritt. Eine Hörminderung verursacht nicht automatisch Schwindel. Es gibt jedoch Erkrankungen im Ohr, die beides betreffen können: das Hören und das Gleichgewicht.
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Warum das Ohr so wichtig für unsere Balance ist
Das Innenohr liegt gut geschützt im sogenannten Felsenbein. Dort befindet sich sowohl die Hörschnecke als auch das Gleichgewichtsorgan, das Bewegungen des Kopfes registriert.
Diese Informationen werden an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden sie mit den Eindrücken aus den Augen, den Muskeln und den Gelenken abgeglichen. Erst durch dieses Zusammenspiel wissen wir sicher, ob wir stehen, gehen, uns drehen oder in welche Richtung wir uns bewegen.
Gerät dieses Zusammenspiel durcheinander, kann Schwindel entstehen. Das Gefühl kann sehr unterschiedlich sein: Manche Menschen haben das Gefühl, dass sich alles dreht. Andere fühlen sich benommen, schwankend oder unsicher auf den Beinen.
Welche Beschwerden auftreten können
Schwindel ist sehr individuell. Deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wann tritt er auf? Wie fühlt er sich an? Gibt es Begleitbeschwerden?
Typische Anzeichen können sein:
- ein Drehgefühl, als würde sich die Umgebung bewegen
- Unsicherheit beim Stehen oder Gehen
- Schwanken, ähnlich wie auf einem Boot
- Benommenheit oder ein dumpfes Gefühl im Kopf
- Übelkeit oder Erbrechen
- Ohrdruck, Ohrgeräusche oder Veränderungen beim Hören
Wichtig ist: Schwindel ist keine eigene Krankheit. Er ist ein Symptom. Er zeigt also, dass irgendwo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und genauer angeschaut werden sollte.
Warum Hörprobleme und Schwindel gemeinsam auftreten können
Hören und Gleichgewicht sind zwei verschiedene Funktionen. Die dafür zuständigen Strukturen liegen im Innenohr jedoch sehr nah beieinander. Deshalb können manche Erkrankungen beide Bereiche beeinflussen.
Dann können Hörminderung, Ohrgeräusche, Druckgefühl im Ohr und Schwindel gemeinsam auftreten. Für Betroffene ist das oft schwer einzuordnen. Man merkt zwar: Irgendetwas stimmt nicht. Vielleicht ist da dieser Schwindel, vielleicht hört man anders als sonst oder das Ohr fühlt sich ungewohnt an. Woher die Beschwerden kommen, lässt sich allein aber kaum sicher sagen.
Deshalb ist es sinnvoll, solche Veränderungen fachlich abklären zu lassen. Ein Hörtest kann zeigen, ob sich beim Hören etwas verändert hat. Die Ursache des Schwindels sollte ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn er wiederholt auftritt, stärker wird oder plötzlich beginnt.
Häufige Ursachen für Schwindel durch das Ohr
Es gibt verschiedene Erkrankungen im Ohr oder Innenohr, bei denen Schwindel auftreten kann. Manchmal ist das Gleichgewichtsorgan gereizt. Manchmal steckt eine Entzündung dahinter, eine Druckveränderung oder eine andere Störung im Innenohr.
Ein häufiger Auslöser ist der sogenannte Lagerungsschwindel. Dabei lösen sich winzige Kristalle im Innenohr und gelangen an eine Stelle, an der sie falsche Signale auslösen können. Im Alltag zeigt sich das oft sehr typisch: Der Schwindel kommt vor allem bei bestimmten Kopfbewegungen, zum Beispiel beim Hinlegen, Aufrichten oder Umdrehen im Bett.
Auch Entzündungen im Ohr können das Gleichgewicht durcheinanderbringen. Wenn das Innenohr betroffen ist, kann neben dem Schwindel auch das Hören schlechter werden.
Ist der Gleichgewichtsnerv gereizt oder entzündet, kommen die Signale aus dem Gleichgewichtsorgan nicht mehr zuverlässig im Gehirn an. Dieser Nerv verbindet das Innenohr mit dem Gehirn und ist wichtig dafür, dass wir uns sicher orientieren können.
Auch eine Mittelohrentzündung kann Beschwerden auslösen. Das Mittelohr liegt direkt hinter dem Trommelfell. Dort können Druck, Schmerzen und vorübergehend schlechteres Hören entstehen. Manchmal kann sich das auch auf das Gleichgewicht auswirken.
Hörsturz, Tinnitus und Morbus Menière
Ein Hörsturz kommt häufig plötzlich. Eben war noch alles normal und auf einmal hört man auf einem Ohr deutlich schlechter. Viele Betroffene beschreiben es so, als wäre das Ohr „zu“ oder als läge ein Druck darauf. Manchmal kommt auch ein Geräusch dazu, zum Beispiel ein Pfeifen, Rauschen, Brummen oder Piepen. Das nennt man Tinnitus.
Ein plötzlich schlechteres Hören auf einem Ohr sollte zeitnah HNO-ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn Ohrgeräusche, Druckgefühl oder Schwindel dazukommen.
Tinnitus bedeutet nicht automatisch, dass einem auch schwindelig wird. Ohrgeräusche und Schwindel können unabhängig voneinander auftreten. Manchmal kommen sie jedoch gemeinsam vor, zum Beispiel bei bestimmten Erkrankungen des Innenohrs. Deshalb sollte man aufmerksam werden, wenn zum Tinnitus Schwindel, Druck im Ohr oder schlechteres Hören dazukommen.
Eine mögliche Ursache kann auch Morbus Menière sein. Dabei ist das Innenohr betroffen. Typisch sind wiederkehrende Schwindelanfälle, Ohrgeräusche und ein Hörvermögen, das schwanken kann. Mal hört man besser, mal schlechter. Morbus Menière ist also nicht einfach nur ein einzelnes Symptom, sondern ein Krankheitsbild, bei dem Hören und Gleichgewicht durcheinandergeraten können.
Wann Schwindel ärztlich abgeklärt werden sollte
Leichter Schwindel ist nicht immer gleich ein Grund zur Sorge. Manchmal steckt etwas Harmloses dahinter. Trotzdem sollte man ihn nicht einfach wegschieben, vor allem dann nicht, wenn er wiederkommt oder zusammen mit Beschwerden am Ohr auftritt.
Schwindel sollte besonders dann ärztlich abgeklärt werden, wenn er sehr stark ist, nicht wieder weggeht oder plötzlich zusammen mit schlechterem Hören auftritt. Auch Ohrgeräusche, Druck im Ohr, Übelkeit, wackeliges Gehen oder Stürze sollte man ernst nehmen.
Sofort medizinische Hilfe holen sollte man, wenn zusätzlich Sprachprobleme, Lähmungen, Taubheitsgefühle, starke Kopfschmerzen, Doppelbilder oder andere Sehstörungen auftreten. Dann kann auch eine neurologische Ursache dahinterstecken. In solchen Fällen zählt schnelle Abklärung.
Was bei Schwindel durch Ohrprobleme helfen kann
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von der Ursache ab. Deshalb steht am Anfang eine genaue Untersuchung.
Bei Lagerungsschwindel können spezielle Bewegungsübungen helfen. Sie werden gezielt eingesetzt, damit die kleinen Kristalle im Innenohr wieder an ihren Ursprungsort zurückgelangen.
Bei Entzündungen oder starken Beschwerden kann eine medizinische Behandlung notwendig sein. Treten zusätzlich Hörprobleme, Ohrdruck oder Tinnitus auf, ist auch eine Überprüfung des Hörvermögens sinnvoll.
Im Alltag kann es helfen, mögliche Auslöser besser kennenzulernen. Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Stress, Schlafmangel, schnelle Kopfbewegungen oder starke Reizüberflutung. Das ersetzt keine Diagnose. Es kann aber dabei helfen, die Beschwerden besser einzuordnen und im Gespräch mit Fachleuten genauer zu beschreiben.
Hörgeräte Reichart: Persönliche Beratung bei Hörveränderungen und Ohrbeschwerden
Wenn sich Ihr Hören verändert, Ohrgeräusche auftreten oder Sie im Alltag unsicherer hören, sind wir gerne für Sie da. Als erfahrene Hörakustiker nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und prüfen Ihr Hörvermögen sorgfältig.
Bei Schwindel gilt: Die Ursache sollte ärztlich abgeklärt werden. Wir unterstützen Sie gerne, wenn es um Ihr Hörvermögen, Ihre Hörwahrnehmung oder eine passende Versorgung bei Hörminderung geht.